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Sonntag, 16. Dezember 2012

Welten, die beeindrucken - Welten, die faszinieren


Wie viele Autoren haben in der Vergangenheit Welten entworfen und wie viele mehr haben wohl Welten entworfen und wieder verworfen? Wie viele Welten kenne ich? Wie viele kennt ihr? Wie viele Welten schwirren vielleicht noch in den Köpfen der Menschen herum, von denen wir noch nichts wissen?
Wenn ich allein bedenke, wie viele Welten sich die Autoren für ihre Romane ausdenken, wie viele Welten sich Drehbuchautoren für Filme ausdenken, für Serien, für Computerspiele, für... Wie soll ich da wissen, ob es nicht Welten gibt, die mich faszinieren, die ich aber noch gar nicht kenne?


Foto von "NASA Goddard Photo and Video" über Flickr (CC Namensnennung)
Schaut euch allein diese Bilder an, die ich bei Flickr und Wikimedia gefunden habe und die Welten zeigen, die unglaublich spannend und interessant aussehen. Was ist mit dem Foto der NASA? Die versteckten, aber faszinierenden Welten des Universums? Einen möglichen Einblick in ein besiedeltes Universum sehen wir in diversen SciFi-Verfilmungen. Welche mich persönlich da am meisten interessiert? Das ist leicht beantwortet: Star Wars! Welch riesiges Universum George Lucas da mit seiner ersten Verfilmung geschaffen hat, ist unglaublich! Ich war so begeistert, dass ich in der Vergangenheit die Romane - von verschiedensten Autoren verfasst - weiter verfolgt habe. Immer größer schien die Welt zu werden. Immer mehr neue, unfassbare Planeten wurden entdeckt, besiedelt, zerstört. Immer neue Welten wurden entdeckt, von den Autoren erschaffen. Und jede Welt hatte ihre Eigenart, ihre Besonderheit, ihre Wunder.

Foto von "balt-arts" über Flickr (CC Namensnennung)
Dann hätten wir hier diese wundervolle Collage von balt-arts: Eine schwebende Welt mit einem Schloss und ein Drache. Das Bild erinnert mich ein wenig an die schwebenden Inseln in Avatar. Hat euch der Film mit seinen Bildern und seinen fliegenden Inseln, Wasserfällen usw. auch so fasziniert wie mich? 3D war noch recht neu bei Verfilmungen, die länger als 10 Minuten dauerten und alle Zuschauer waren begeistert von den Effekten. Ich gebe zu, die Begeisterung hat zumindest bei mir bis heute etwas nachgelassen, aber trotz allem haben die Produzenten eine wundervolle, faszinierende Welt geschaffen.

Auch in der Literatur gibt es viele faszinierende Welten, die mich begeistern konnten. Ich beschrieb in meinen Rezensionen von Die Beschenkte und Die Flammende bereits die von Kristin Cashore erschaffene Fantasywelt. Eine Welt, die an unser Mittelalter erinnert, in der aber auf der einen Hälfte die Beschenkten leben, die besondere, übermenschliche Fähigkeiten haben und auf der anderen Hälfte Monster, welche die Gedanken von Menschen manipulieren und sie so nach ihrem Willen formen können. Das ist auf jeden Fall eine Welt, die mich beeindruckt und mitgerissen hat. Eine andere Welt ist sicher die, in welcher Die Gilde der schwarzen Magier von Trudi Canavan spielt. Ebenfalls eine mittelalterliche Welt, die mit politischen Bündnissen und Feindschaften ersonnen wurde und sich vor allem anhand der Magie von unserer Welt unterscheidet. Und diese Fantasywelten sind sicherlich nicht die einzigen, die mich begeistern. Viele Fantasywelten gehen in diese Richtung und haben mich in der Vergangenheit in ihren Bann gezogen, doch in letzter Zeit stachen diese besonders heraus.

Foto von "balt-arts" über Flickr (CC Namensnennung, keine Bearbeitung)
Eine weitere erschaffte Welt, darf hier natürlich nicht fehlen, denn diese Welt eröffnete mir vor vielen Jahren überhaupt erst den Zugang zur Fantasyliteratur: Harry Potter. J. K. Rowlings Bücher zeigten mir die Faszination von Fantasyromanen. Mit der magischen Welt Harry Potters, der in unserer heutigen Welt lebt und seine "Begabung" entdeckt und den Leser dann in eine ganz andere Welt entführt, lernte ich die Faszination von Magie, Zauberern, Hexen, Fabelwesen - oder einfach von Fantasy kennen. Von daher darf seine Welt natürlich hier nicht fehlen...

Die Distrikte von Panem / Bild von Thesimpledogfan über Wikimedia (CC Namensnennung)

Neben diesen Welten beeindrucken mich auch Romane mit Zukunftsvisionen. Ich gebe zu, dass Dystopien keine positiven Zukunftseindrücke vermitteln, aber trotz allem üben sie eine gewisse Faszination auf mich aus. Man nehme nur mal Hunger Games (Rezension hier) oder Cassia & Ky (Rezension hier). Dystopien zeigen schreckliche Zukunftsvisionen auf und trotz allem sind diese Welten sehr interessant zu erkunden und kennen zu lernen: Wie sich ein Autor eine mögliche (negative) Zukunft vorstellt, mit welchen Problemen die Menschen zu kämpfen haben - und wie sie diese schließlich versuchen zu lösen. Doch auch eher positive Zukunftsvisionen, wie sie beispielsweise von Holly-Jane Rahles in Everlasting (Rezension hier) beschrieben wird, können begeistern.

Wie ihr also sehen könnt, gibt es viele Welten, die mich in der Vergangenheit beeindruckt haben oder noch immer beeindrucken. Welten in Filmen, Welten in der Literatur. Und zusätzlich gibt es auch noch Welten in Computerspielen, Welten in Serien und viele mehr. Doch alle Welten aufzuführen würde hier sicherlich zu weit führen und es wird zukünftig noch viel mehr Welten geben, die mich beeindrucken. Doch eine auszuwählen, die mich am meisten fasziniert? Dazu fühle ich mich ehrlich gesagt nicht in der Lage.

Vielleicht faszinieren euch andere Welten? Oder die von mir beschriebenen Welten faszinierten euch ebenso wie mich? Vielleicht konnte ich euch auch dazu anregen, eine neue Welt kennen zu lernen? Vielleicht hat eine dieser Welten euch auch nicht beeindruckt?

Weitere faszinierende Welten findet ihr übrigens in der Weltenschmiede. Auf ihrem Blog riefen die Autoren eine Blogparade zu dem Thema "Welche Welten haben euch beeindruckt?" aus.
Die Blogparade läuft noch bis zum 18. Dezember. Vielleicht hat ja der ein oder andere von euch auch noch Interesse daran teilzunehmen? Wenn ja, dann schreibt einen Blogbeitrag zum Thema der Blogparade, verlinkt darin die Weltenschmiede und gebt euren Beitrag dort ab. Hier findet ihr weitere Infos zur Blogparade der Weltenschmiede und alle bereits geschriebenen Beiträge zu diesem Thema.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel

Dann will ich heute mal wieder mit einer Buchvorstellung weitermachen. Dieses Mal: Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel von der in Deutschland lebenden amerikanischen Autorin Holly-Jane Rahlens.

Everlasting spielt im Jahre 2264, einer Zeit, in der viele europäische Sprachen seit über 100 Jahren ausgestorben sind - auch das Deutsche. Doch nicht nur Sprachen gehören der Vergangenheit an. Ebenso wie Sprachen, ist auch das Personalpronomen "ich" Teil der Vergangenheit. Aus Überlebensgründen hatte man dieses Wort abgeschafft, um über die Nutzung von Alternativen wie z.B. "diese Autorin" statt "ich", einen Gemeinschaftssinn zu schaffen. Doch das Pronomen "ich" birgt noch viel mehr in sich als nur seine Nutzung in Texten und Büchern. Denn wie lässt sich "Ich liebe dich" ohne das "ich" ausdrücken? Entsprechend starb mit dem Wörtchen "ich" nicht nur ein Pronomen, sondern auch die Liebe, welche in der Zukunft, die Holly-Jane Rahles in ihrem Roman beschreibt, nicht mehr existiert. Mit ihr sind auch viele weitere Gefühle verschwunden oder zumindest weitgehend in den Hintergrund gerückt worden, wie Hass, Eifersucht oder Sehnsucht. Doch die Abwesenheit von Liebe führt dazu, dass Partnerschaften vielfach auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen alias "A und B passen von Personalität und Genetik gut zusammen und könnten gesunde Kinder gebären" entstehen.
In dieser Zeit arbeitet ein amerikanischer Sprachforscher namens Finn Nordstrom an der Universität in Greifswald und übersetzt Texte aus der toten Sprache Deutsch in die moderne, asiatische Sprache. Eines Tages erhält er den Auftrag die Tagebücher eines 13jährigen Mädchens aus dem Jahre 2003 zu lesen und zu übersetzen. Zuerst ist er entsetzt von den vielen Herzchen und der pinken Farbe des Tagebuchs, doch mit der Zeit lernt er das Mädchen immer besser kennen - und wird dann gebeten an einem neuartigen Spiel teilzunehmen, welches ihn angeblich virtuell ins Jahr 2003 versetzen soll. Doch dieses Spiel ist sehr merkwürdig und es dauert nicht lang, bis Finn sich fragt, was da eigentlich mit ihm gespielt wird...

Everlasting ist ein faszinierend geschriebenes Buch, welches dem Leser eine Welt nach dem "Weltuntergang" präsentiert. Der Weltuntergang findet in Everlasting ab 2018 statt und wird durch einen Bioangriff ausgelöst, welcher in Deutschland und allen umliegenden europäischen Länder eine unheilbare Pestepidemie auslöst und sie in den "Dark Winter" stürzt. Alle Einwohner, die sich nicht rechtzeitig nach Asien oder Amerika absetzen können, kommen um. Die Welt wird komplett neu gestaltet und von einer globalen Weltregierung aus neu organisiert - mit Menschen, die das "ich" nicht kennen. Everlasting zeigt eine Zukunftswelt, die durchaus denkbar ist und gleichzeitig ein sehr positives Menschenbild der Zukunft vermittelt und ein Leben ohne Liebe und andere tiefere Gefühle aufdeckt. Ist so eine Welt unbedingt schlecht? Würde man die Liebe vermissen, wenn man sie nie kennen lernt? Der Leser wird an vielen Stellen zum Nachdenken über eine solche Zukunft angeregt und kann gleichzeitig mitverfolgen, wie Finn durch die Tagebücher von "E." immer mehr über die Liebe und das Leben in heutiger Zeit lernt. Es wird ein lustiger Blick auf die heutige Welt gezeigt, wenn zum einen die deutsche "E." ein Hubba Bubba isst und zum Anderen Finn sich in der Zukunft fragt, von was um alles in der Welt sie da eigentlich redet...
Auf alle Fälle ist Everlasting von der ersten Seite an ein spannendes Buch, dass mich sehr in seinen Bann geschlagen hat - ein Buch, dass man durchliest und einfach nicht zur Seite legen kann, aber trotzdem nachdenklich stimmt!